Bin ich ein Pantser oder ein Plotter?

Updated: May 7, 2021

Plant ihr eure Geschichten bis ins kleinste Detail, vom ersten bis zum letzten Kapitel, oder setzt ihr euch einfach hin und lasst die Geschichte zu euch kommen, während ihr schreibt?


Beim Schreiben gibt es zwei Sorten von Schriftstellern: die Pantser und die Plotter.


Die Plotter

Plotter sind Autoren, die wirklich alles genau planen müssen, zum Beispiel in Form von Steckbriefen für Charaktere - ja, selbst das Leben und die Eigenarten der Nebenfiguren haben sie im Kopf, auch wenn diese vielleicht gar nicht relevant für die Geschichte sind. Bevor sie auch nur einen einzigen Buchstaben schreiben, ist die Story in ihrem Kopf schon längst fertig gestellt.


Berühmte Plotter

Zwei berühmte, bekennende Plotter sind John Grisham und J. K. Rowling.


Pros

  • Plotter bekommen kaum oder selten Schreibblockaden

  • Sie schreiben Bücher sehr schnell - es ist das Planen, das sie am meisten Zeit kostet

  • Geschichten von Plottern sind von einem sehr klaren roten Faden gekennzeichnet, der sich durch die gesamte Geschichte zieht


Cons (Worauf Plotter achten müssen!)

  • Es besteht die Gefahr, dass Plotter zu ‘telling’ neigen, anstatt ‘showing’ - das kann sehr gestelzt wirken

  • Plotter sind an die Handlung gebunden. Das heißt, der Charakter des Protagonisten richtet sich nach der gewünschten Handlung - das kann unauthentisch wirken und möglicherweise sogar zu voraussehbaren Handlungsverläufen führen.


Die Pantser

Unter Pantsern versteht man Schriftsteller, die nichts planen. Sie haben keine Story Outline und so ganz genau wissen sie auch nicht, wohin die Geschichte führt, wenn sie anfangen zu schreiben. Sie tippen einfach drauf los und die Handlung nimmt währenddessen in ihrem Kopf Gestalt an. Anstatt die Figuren zu planen, lernen diese Autoren sie während des Schreibens kennen. Die Geschichte verselbstständigt sich sozusagen unter ihren Fingern.


Berühmte Pantser

In ‘On Writing’ schreibt Stephen King, dass er sich langweilt, wenn er schon alles im Voraus plant und weiß, was passiert. Auch George R. R. Martin ist ein Pantser, allerdings bevorzugt er den Begriff ‘Gärtner’.


Pros

  • Pantser sind sehr kreative Menschen.

  • Oft wirken Geschichten von Pantsern sehr lebensnah

  • Die Charaktere authentisch, weil sie nicht an den weiteren Verlauf der Handlung gebunden sind. Immerhin können Pantser den ja frei wählen.

Cons (Worauf Pantser achten müssen!)

  • Pantser neigen zu Schreibblockaden

  • Sie sind sprunghaft. Wenn ihnen langweilig wird, sind sie wie ein Fähnchen im Wind. Sie stürzen sich einfach in das nächste Projekt, das sie mehr reizt.

  • Pantser laufen Gefahr, sich in Handlungen zu verrennen, die keinen Sinn ergeben. Daher müssen sie oft viel editen und das kann sogar dazu führen, dass es mehrere Versionen der Geschichte gibt.


Die Plantser

Wie die meisten Autoren, gehöre ich zu einem Mittelding zwischen Pantser und Plotter, tendiere jedoch mehr zu einem Pantser (60-70% Pantser, 30-40% Plotter).


Zum Beispiel outline ich meine Geschichten, aber während ich schreibe, verselbstständigt sie sich oft unter meinen Fingern und fünf oder sechs Kapitel weiter, bemerke ich dann, dass ich die Outline komplett ignoriert habe und muss eine neue erstellen. Diese Vorgehensweise funktioniert sehr gut für mich, denn sie erlaubt mir, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen, ohne mich dabei in Sackgassen zu manövrieren.


Allerdings: Ich finde es enorm wichtig, dass man eine ungefähre Ahnung hat, wohin die Geschichte führt. So weiß ich zum Beispiel für meine Trilogie genau, welche Kernhandlungen im zweiten und dritten Buch geschehen müssen und habe mir Stichworte zu einzelnen Kapiteln gemacht, obwohl ich sie noch gar nicht geschrieben habe.



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